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Förderungangebote für aktive und Schüler:innen mit komplexen Behinderungen

Wie werden Schüler:innen mit intensivpädagogischem Unterstützungsbedarf gefördert?

Im Bereich des intensivpädagogischen Unterstützungsbedarfes ist ein Höchstmaß an individueller Förderung notwendig. Mit Hilfe detaillierter Beobachtungen und diagnostischer Mittel gilt es die Bedürfnisse, Fähigkeiten und Besonderheiten dieser Schüler:innen zu erkunden, um dann die passenden Fördermaßnahmen zu ergreifen. Insbesondere die Kooperation innerhalb der unterschiedlichen Professionen erfahren hier besondere Wichtigkeit. Schüler:innen, bei denen der Bedarf an sonderpädagogischer Unterstützung in den Förderschwerpunkten Geistige Entwicklung, Körperliche und motorische Entwicklung, Emotionale und soziale Entwicklung, Sehen oder Hören und Kommunikation erheblich über das übliche Maß hinausgeht, gehören zu diesem Personenkreis.

Besonders eingehen möchten wir in diesem Text auf die Schüler:innen, auf die folgende Definition von Andreas Fröhlich zutrifft: „Als schwerstbehindert werden körperbehinderte Kinder bezeichnet, die in allen Hauptbereichen der Entwicklung (psychomotorisch, emotional, kommunikativ, sozial, kognitiv) extreme Entwicklungsbeeinträchtigungen aufweisen.“ (Haupt, Ursula; Fröhlich, Andreas: Entwicklungsförderung schwerstbehinderter Kinder. Mainz 1982, S. 22f.).

Da die Klassenzusammensetzung dem Prinzip der Heterogenität folgt, werden die o.g. Schüler:innen innerhalb ihrer Klassenverbände der jeweiligen Stufe unterrichtet. Um den besonderen Bedürfnissen gerecht zu werden, bietet unsere Schule weitere Möglichkeiten zur Förderung dieses Personenkreises.

Folgende abwechslungsreiche und vielschichtige Angebote zur ganzheitlichen Förderung können genutzt werden:

  • Klassenübergreifendes „Förder-Band“ (wöchentlich) in der Turnhalle

  • Förderung im Aktiv-, und Snoezelenraum,

  • Entdecken von Groß-Musikinstrumenten (Riesentrommel, Klanginsel, …)

  • Airtramp

  • Pausenangebote (Nestschaukel, Rolli-Schaukel)

  • Heilpädagogisches Reiten

  • Individuelles Mobilitäts-Training im Haus (Easy-Walker, Stehtrainer, Rollbrett, …)

  • Individuelle Lagerung, Basale Stimulation

  • Ein „Ich-Buch“ für jede/n Schülerin/Schüler

  • Förderpflege als Unterrichtsinhalt

  • Unterstützte Kommunikation (Nutzung von Talkern, Umweltsteuerung mit Tastern, etc..) und Assistive Technologien (Ansteuerung PC, etc…)

  • Klassenübergreifende UK-Gruppe/Talker-Gruppe

  • Raum für individuelle, medizinische Versorgung

  • Möglichkeit eines „Schul-Praktikums“ mit Materialien aus der „Werkstatt für Menschen mit Behinderung“

  • AGs

 

All diese Angebote sind im individuellen Stundenplan der Schüler:innen verankert.

 

(Im)possible
Aktivraum

Der Aktivraum

Der Aktivraum ist ein Raum, der speziell für Schüler:innen mit basalem Förderbedarf gestaltet wurde und zum aktiven Experimentieren und Handeln einlädt.

Hier darf man nach Herzenslust…..

  • …im Bällchenbad toben
  • …auf dem Wasserbett oder der Massagematte entspannen
  • …auf der Brettschaukel oder der Elefantenrolle schaukeln
  • …puzzeln
  • …sich verkleiden und im Spiegel betrachten
  • …mit Riesen-Bausteinen bauen
  • …mit Bällen, Klangmaterial und Tüchern spielen
  • …verschiedene Steck, und Legespiele entdecken
  • …Formen und Farben erleben
  • …den Fön, Musik oder ein Massagegerät per Taster bedienen
  • …mit den Inhalten der „Jahreszeiten-Kisten“ experimentieren
  • …und, und, und….

 

Der eingebaute Deckenlifter ermöglicht die barrierefreie Nutzung aller Angebote.

 

Der Snoezelenraum ("Der weiße Raum")

Snoezelen… eine Einladung zum Träumen und ein Zauberwort für Entspannung

Snoezelen = Wortspielerei aus den holländischen Wörtern „doezelen“ und „snuffelen“.

Gemeint ist die Entspannung kombiniert mit dem „Schnuppern“. Allerdings werden hier alle Wahrnehmungsbereiche wie das „Sehen“, „Tasten“, „Riechen“, „Schmecken“ und „Hören“ angesprochen.

Der „Weiße Raum“ ist ganzflächig mit weichen, weißen Bodenmatten, Sitzpolstern, Sitzsäcken und einem Wasserbett ausgestattet. Ein Lifter bietet Barrierefreiheit.

Die verschiedenen Lichtquellen (Wassersäule, Lichternetz, Farbwechselstrahler, Spiegelkugel, Projektor, ..) laden zum Träumen, Beobachten und Entspannen ein.

Düfte aus der Aromatherapie können zusätzlich eingesetzt werden und eine harmonisierende Wirkung entfalten.

Musik oder Fantasiereisen als gezieltes akustisches Angebot unterstützen die entspannende Atmosphäre.

Voraussetzung zum Snoezelen ist die Freiwilligkeit und Bereitschaft, sich auf ein solches Angebot einzulassen und sich mitnehmen zu lassen auf eine Reise individueller Assoziationen.

Ziel ist es, durch individuell zugeschnittene Entspannungsangebote den Schüler:innen Momente zu bieten, in denen sie die „Seele baumeln“ lassen können. Es gilt zudem Stress und Reizüberflutung abzubauen und Aggressionen zu reduzieren.

Im gleichen Raum (außerhalb des „Weißen Raumes“) befinden sich verschiedene Groß-Instrumente wie die „Klanginsel“ und die unterfahrbare „Groß-Trommel“.

 

Snoezelen-Raum

Das Förderband

Einmal wöchentlich wird in der Sporthalle eine Vielzahl an Angeboten zur Förderung der unterschiedlichen Wahrnehmungsbereiche sowie diverser Spiel- und Arbeitsmaterialien zur Verfügung gestellt.

 

Es werden passend zum Jahresablauf oder zu bestimmten Themen Übungen angeboten, die eine intensive Förderung in den Bereichen Motorik, Wahrnehmung, Sozialverhalten, Kognition und Kreativität ermöglichen.

 

Die unterschiedlichen Aufbauten bieten den Schüler:innen mit komplexen Behinderungen die Möglichkeit selbst zu agieren, in Aktion zu treten.

 

Förderband / Möglichkeiten für Schüler:innen mit komplexen Beeinträchtigungen

Im Mittelpunkt vom wahrnehmungsfördernden und bewegungsorientierten Unterricht stehen spielerische Handlungssituationen. Es ist immer von den individuellen Lernvoraussetzungen jedes einzelnen Schüler:in auszugehen.

Förderung erfahren die Schüler:innen vornehmlich in den Bereichen:

  • Motorik

  • Kognition

  • Sozialer Bereich

  • Emotionen

Eine entspannte Haltung, vertiefte Atmung und eine Entlastung der Wirbelsäule erleichtern die Eigenaktivität wie z.B. eine verbesserte Kopf-/Rumpfkontrolle, die Aufnahme von Blickkontakt, und auch eine Verbesserung der eigenen Körperwahrnehmung und somit die Freude an der eigenen Bewegung.

Es werden bei den Aufbauten immer verschiedenste Möglichkeiten zum Schauen, Beobachten, Erkunden oder mit Tastern etwas in Gang zu setzen eingebaut.

  • Anreize zum Hinschauen (Licht, Spiegel, Mobiles, Seifenblasen…)

  • Höhlen mit Lichtreflexen,

  • Taster um Ventilatoren, etc. in Gang zu setzen,

  • Musik zur Entspannung,

  • Körperteile mit Hilfe von Vibrationen erfahren (Massagegeräte, usw.)

 

Förderband / Möglichkeiten für die aktiven Schüler:innen

Das Förderband bietet aktiven Schüler:innen eine intensive Förderung in den Bereichen Motorik, Wahrnehmung, Sozialverhalten, Kognition, Kreativität und Phantasie.

In freien Spielsituationen können die Schüler:innen sich selbst erproben, indem sie verschiedene Aktivitäten kennenlernen und sich so immer wieder Neues zutrauen. Gleichzeitig wird das Regelverständnis vertieft und mit der Kontaktaufnahme zu anderen Mitschülern können klassenübergreifende Spielfreundschaften angebahnt werden.

Ziel der motorischen Förderung ist, die Schüler:innen so zu unterstützen, dass sie am Fördergeschehen möglichst selbstbestimmt und aktiv teilnehmen können. Dabei sollen sie die größtmögliche Selbstständigkeit erlangen.

Folgende Aufbauten werden mit großem Interesse und Freude von ihnen angenommen:

  • Rollstuhlbasketball

  • Slalom Parcours mit Rollstuhl

  • Kletterwand

  • Klettern über den Kasten

  • Trampolin

  • Polybat

  • Wurfübungen

 

Zu erkennen sind:

  • erste Formen des selbstbestimmten Rollenspiels

  • darstellen und präsentieren von neuen Fähigkeiten

  • sich selbst erproben und etwas Neues zutrauen

  • in Kontakt/Kommunikation mit anderen Schüler*innen treten

  • Regelverständnis

  • erlernen verschiedener Aktivitäten (Hobby)